Berlin Fashion Week: Modeexperimente “Made in Germany”

Jedes Jahr treffen sich in Berlin Designer, Einkäufer, Fachleute und Modeinteressierte bei der Fashion Week in Berlin. Auch dieses Jahr war es wieder soweit und vor allem die deutschen Designer konnten mit zahlreichen außergewöhnlichen Kreationen überraschen. Damit haben sie gezeigt, dass auch aus Deutschland kreative Mode kommen kann.



Zurück zum Bewährten

Während deutsche Designer im letzten Jahr noch mit Wickelgewändern für den Mann experimentierten, ist man dieses Jahr wieder zur Basis zurückgekehrt. Man kleidet den Mann wieder so ein, dass die Mode nicht nur für Experimentierfreudige tragbar ist, sondern auch im Alltag bestehen kann. Im letzten Jahr versuchte man noch alle männlichen Attribute auszulöschen, sodass die Grenzen zwischen Mann und Frau zerflossen. Bei der Berliner Fashion Week 2012 kamen mit Strick und Nadelstreifen, welche die männlichen Formen und Attribute unterstreichen, die Unterscheidung der Geschlechter zurück. Dies zeigt unter anderem auch die Kollektion von Sissi Goetze, bei der lässige Anzüge und schmale Hemden dominieren.

Überraschende Wiederauferstehung

Unversehens aus der Versenkung tauchten auch die Trenchcoats für Männer wieder auf. Dieser steht bei der Kollektion des Berliner Modelabels Julian & Ben im Mittelpunkt. Allgemein herrschte unter den Besuchern Einigkeit, dass das Modelabel den besten Trenchcoat der Berliner Fashion Week gezeigt hatte. Auch die restliche Kollektion des Modelabels ist tragbar aber nicht langweilig. Neben voluminösen Strickschals zeigte man auch schlamm- und moos-farbige Shirts. Vor allem Wolle spielte bei der Kollektion von Julian & Ben eine zentrale Rolle. So werden viele Teile aus Merinowolle handgestrickt. Nur ein Modelabel blieb der Linie des sogenannten Unisex treu. Das Label Von Bardonitz zeigte transparente Kleider und Hemden sowie Mützen, welche an die Kopfbedeckung von Bischöfen erinnerte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mode für den Mann wieder tragbar geworden ist. Dabei fällt vor allem das Berliner Modehaus Julian & Ben äußerst positiv auf. Die Abkehr von der Unisexwelle hat im Übrigen rein praktische Gründe. Die Unisex-Kleidung verkaufte sich einfach nicht.

Foto: umbertoleporini – Fotolia.com

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